Im letzten Post habe ich euch eine viel zitierte Definition von Cloud Computing vorgestellt. Es war die Rede von Ressourcen, die in der Cloud zur Verfügung stehen und als Service angeboten werden. Aber was bekommen wir als Kunden tatsächlich? Was bedeutet Ressource denn nun konkret?
Klassisch unterscheidet man hierzu drei unterschiedliche Servicemodelle, die die Ressourcen genauer beschreiben:
- SaaS = Software-as-a-Service
- PaaS = Platform-as-a-Service
- IaaS = Infrastructure-as-a-Service
SaaS ist eine Alternative zur klassischen Software-Lizensierung. Ich als Kunde kann also eine Software über das Internet nutzen, ohne sie auf meinem eigenen Rechnern zu installieren. PaaS stellt mir als Kunde eine Entwicklungsumgebung bereit, in der Anwendungen entwickelt und ausgeführt werden können. Von IaaS spricht man, wenn grundlegende Ressourcen einer IT-Architektur als Dienstleistung in Anspruch genommen werden. Solche Ressourcen sind bspw. Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Datenspeicher.
„As a Service“ lese ich immer häufiger, weil es für viele weitere Angebote benutzt wird, wie z. B. Security-as-a-Service, Business-Process-as-a-Service oder Storage-as-a-Service. Die inflationäre Verwendung der Worte hat zu einer Verallgemeinerung geführt – „XaaS“. Man spricht von X-as-a-service und meint, dass „alles“ als Service bereitgestellt werden kann. Tatsächlich können jedoch die meisten dieser Angebote zumindest grob einer der drei Servicemodelle zugeordnet werden.
Wir werden uns also noch weiter an die Details von SaaS, PaaS und IaaS wagen. Mehr dazu in den kommenden Posts.
Neben den vielen Erklärungsversuchen bin ich bei meiner Recherche nun doch noch auf eine offizielle Definition von „Cloud Computing“ gestoßen. Das Nationale Institut für Standards und Technologie (NIST 01/2011) bestimmt fünf wesentliche Eigenschaften des Cloud Computing:
- On-Demand-Self-Service (Selbstbedienung und Serviceleistung auf Anforderung)
Alle Dienste sind auf Anforderung und selbständig vom Kunden nutzbar, ohne eine erforderliche
Interaktion mit dem Serviceanbieter.
- Broad network access (Netzwerkbasierter Zugang)
Die Dienste sind in Echtzeit über ein Netzwerk nutzbar und sollen durch die Verwendung von Standardtechnologien von unterschiedlichen Plattformen abgerufen werden (z.B. Mobiltelefone, Laptops und PDAs).
- Resource pooling (Ressourcenbündelung)
Die IT-Ressourcen werden gebündelt und für mehrere Nutzer (Mandanten) bereitgestellt. Für jeden Nutzer werden je nach dem tatsächlichen Bedarf, die Ressourcen zugewiesen. Beispiele für Ressourcen sind z.B. Speicher, Netzwerk-Bandbreite und virtuellen Maschinen.
- Rapid elasticity (Schnelle Anpassungsfähigkeit)
Vorhandene Ressourcen werden schnell und flexibel zur Verfügung gestellt. Die unterschiedlichen Quantitäten erlauben so eine Skalierung von Systemen. Beim Nutzer entsteht die Vorstellung von unendlich verfügbaren Ressourcen.
- Measured Service (Messbare Dienstleistung)
Die Dienste müssen quantitativ und qualitativ messbar sein, so dass eine nutzungsabhängige Abrechnung und Validierung der Dienstqualität möglich ist. Die Ressourcennutzung wird gesteuert und dokumentiert, so dass sowohl für die Anbieter und als auch für Nutzer der verwendeten Dienste Transparenz geschaffen wird.
Die genannten Eigenschaften wirken womöglich etwas abstrakt. Wir werden die einzelnen Aspekte aber noch genauer anschauen. Welche Service-Modelle gibt es zum Beispiel? Mehr dazu im nächsten Post.
Das Schlagwort „Cloud Computing“ ist zurzeit in aller Munde. Doch was steckt eigentlich in der Wolke? Ich möchte das Rätsel lösen und euch auf dem Laufenden halten! Man findet rund um das Thema Cloud Computing viele Interpretationen und Erklärungsversuche.
Hinter der Cloud steckt eine einfache Idee: Informationen und Programme werden nicht mehr auf dem privaten PC bzw. am Arbeitsplatz gespeichert, sondern ausgelagert. Cloud Computing macht die Bereitstellung und Nutzung von IT-Infrastruktur, von Plattformen und von Anwendungen als Service möglich. Einfach gesagt, kann man es als „Outsourcing“ von Software und Speicherplatz bezeichnen. Die Daten befinden sich dann nicht mehr auf dem eigenen Rechner, sondern in der „Cloud“ bei einem oder mehreren Anbietern des Cloud Computing. Als Nutzer kann man dann über ein Netzwerk, wie z.B. Internet oder Intranet, auf seine Daten zugreifen. Die Inhalte lagern auf Servern und können dank der immer schneller werdenden Internetverbindungen jederzeit und überall abgerufen werden. Der Nutzer bezahlt diesen Service und somit ist Cloud Computing ein weiterführendes Konzept von „Software as a Service (SaaS)“.
Die Metapher der Wolke stammt übrigens aus der Darstellung von Netzwerkdiagrammen. Dort steht die abstrahierte Wolke für nicht näher spezifizierte Teile des Internets, übertragen auf die Cloud einen nicht näher bekannten Ort im Internet.
Wenn man der Fachpresse glauben schenkt, ist die klassische Nutzung eines PCs mit Datenspeicher und Softwarelinzenzen im Wandel. Softwareanwendungen sind auf dem Weg in die Cloud und in der IT-Branche ist eine „Revolution“ im Gange. Cloud Computing ist der Trend! Die Erfolgschancen stehen gut, denn es nutzt bestehende Techniken, um neue Lösungen zu schaffen. Das Thema Cloud Computing steckt noch in Kinderschuhen, aber wir werden wohl noch öfter davon hören und lesen. Denn die Wolke ist schon längst angekommen und wir alle Nutzen sie bereits bewusst oder unbewusst.
Wie uns die Cloud umgibt und welche Arten von Clouds herumschweben, dazu mehr in den nächsten Posts.