Virtualisierung und Konsolidierung – unerlässlich für die Cloud!

Virtualisierung und Konsolidierung von Ressourcen bilden die Grundlage der meisten Cloud-Architekturen. In der IT-Branche bezeichnet Konsolidierung die Vereinheitlichung und Zusammenführung von Systemen, Applikationen, Datenbeständen oder Strategien. Dadurch soll die IT-Infrastruktur flexibler und einfacher werden. Konsolidierung beschreibt die Reduzierung von physischen Server-Systemen und die Ersetzung durch virtuelle Systeme. Konsolidierung ist durch einen hohen Grad an Automatisierung und Standardisierung gekennzeichnet, wie z.B. Provisionierung von Ressourcen, Anwendungs- / Security-Patches sowie Monitoring- und Back-up-Verfahren.

Das Konzept der Virtualisierung erlaubt ebenfalls eine abstrakte, logische Sicht auf physische  Ressourcen. Sie kann auf Server, Datenspeicher, Netzwerke als auch Software angewendet werden. Dabei werden physische Ressourcen in Pools zusammengefasst und gemeinsam verwaltet. Die Ressourcen werden dabei nicht nur von einer Anwendung beansprucht, sondern von mehreren gemeinsam genutzt. Der positive Effekt sind flexiblere Bereitstellung und bessere Kapazitätsauslastung.

Viele Unternehmen setzen Virtualisierungstechnologien zur Optimierung ihrer vielfältigen IT-Ressourcen ein. Virtualisierung beschleunigt die Provisionierung von Anwendungen, wodurch Unternehmen schneller auf vorhersehbare und unvorhersehbare Ereignisse reagieren können. So wird die Unternehmensflexibilität gesteigert. Bei intelligenter Verteilung von Anwendungen auf die verfügbaren Ressourcen lässt sich der Auslastungsgrad sogar auf 70-90 % steigern.

Virtualisierung wird häufig mit Hardware, Servern und Datenspeicher in Verbindung gebracht. Für das Cloud Computing umfasst sie darüber hinaus auch Anwendungen und Client-Dienste. Der Vormarsch von Cloud Computing ist eng mit den Virtualisierungstechnologien verknüpft. Sie ermöglichen im Cloud Computing die Entkopplung von Diensten wie Betriebssystemen und Anwendungen von Hardware. Die neue Flexibilität ermöglicht neue Betriebsmodelle.

Ohne Virtualisierung lässt sich ein physikalischer Server nur einmal für einen bestimmten Cloud-Service verwenden. Im Gegensatz dazu ist durch den Einsatz von Virtualisierung die Aufteilung in mehrere virtuelle Server möglich. Es können somit Cloud Services für mehrere Kunden bereitgestellt werden. Das erlaubt wiederum den Betrieb einer konsolidierten und kostengünstigen IT-Umgebung. Als Anbieter kann man schließlich preisgünstige Angebote für Cloud Services zu Verfügung stellen. Die optimierte Ausnutzung der Ressourcen als Hauptvorteil der Virtualisierung ist für das Cloud Computing besonders wichtig.

Konsolidierung und Virtualisierung ermöglichen die Bereitstellung flexibler Dienste in einer Cloud-Umgebung. Sie sind die Grundlage für die dynamische Aufteilung von Ressourcen. Der Mehrwert von Konsolidierung und Virtualisierung im Cloud Computing zeigt sich in folgenden Punkten:

  • höhere Auslastung der Ressourcen (Server, Storage oder Netzwerk),
  • schnellere Bereitstellung von neuen Systemen
  • niedrigere Kosten der Infrastruktur (Platz, Strom Klima),
  • höhere Mobilität und Verfügbarkeit von Diensten,
  • niedrigere Kosten des Betriebs.

Beide Konzepte dienen dazu, die IT-Infrastruktur eines Unternehmens zu optimieren und gleichzeitig die Kosten für die Bereitstellung von Services und den laufenden Betrieb zu reduzieren.

So macht der Einsatz von Cloud Computing Sinn! Anwendungsfall: Kontinuierliches Wachstum

Die IT-Branche ist schnelllebiger denn je. Deshalb ist die schnelle Reaktion auf Marktveränderungen ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. Eine klassische Anwendung von Cloud Computing ist das kontinuierliche Wachstum von Plattformen und Anwendungen.

Über die Vorteile des Cloud Computing aufgrund von Skalierbarkeit habe ich euch kurz berichtet. Dieses wichtige Merkmal macht die Cloud interessant für kontinuierliches Wachstum. Bei der Nutzung von klassischen IT-Infrastrukturen wäre die Neuanschaffung von Hardware notwendig, um ein Wachstum zu ermöglichen. Die neue Hardware braucht jedoch Zeit bis sie betriebsbereit ist. Deshalb ist eine schnelle Reaktion bzw. schnelles Wachstum nur bedingt möglich. Während der Aufbauzeit der Hardware können einige Kunden durch evtl. Performance- und Verfügbarkeitsprobleme verloren gehen.

Mit Cloud Computing ist Wachstum einfacher realisierbar. Die in Anspruch genommenen Cloud-Dienste können komfortabel mit dem Unternehmen mitwachsen. So können etablierte Unternehmen sich optimal an die Marktsituation anpassen. Für Startup-Unternehmen ist die Option auf schnelles Wachstum ebenso interessant!

So macht der Einsatz von Cloud Computing Sinn! Anwendungsfall: Zeitlich begrenzte Plattformen oder Projekte

In der Unternehmenspraxis kommt es nicht selten vor, dass Projekte nur über eine bestimmte Zeit laufen und alle Daten auch nur für diesen Zeitraum verfügbar sein sollen. Diese Zeitfenster können wenige Tage bis hin zu einigen Monaten gehen. Ohne eine Cloud-Computing-Lösung muss ein Unternehmen höheren Aufwand betreiben, um dieses befristete Projekt durchzuführen. Genauer gesagt, muss Hardware angeschafft werden. Um die Hardware in Betrieb zu nehmen, fallen Servicestunden an. Und schließlich sind Maßnahmen notwendig (z. B. zusätzliche Techniker), um einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten.

Eine komfortablere Lösung ist da Cloud Computing. Denn man mietet den Service bei einem Anbieter und muss die beschriebenen Aufwände nicht selbst leisten. Der Aufwand wird auf ein Minimum reduziert! Auch aus finanzieller Sicht ergeben sich hohe Einsparmöglichkeiten. Cloud Computing macht also Sinn, wenn Plattformen und Anwendung nur für eine beschränkte Zeit genutzt werden, z. B. bei einmaligen Events.

Ein Vorfahre der Cloud: Grid Computing als Basis des Cloud Computing

Cloud Computing ist im Trend! Doch das Rad wurde nicht neu erfunden. Wesentliche Impulse und Technologien wurden aus dem Grid Computing übernommen.

Grid Computing ist eine Form des verteilten Rechnens. Dabei wird aus einem Cluster von lose gekoppelten Computern ein „Supercomputer“ erzeugt. Ein Cluster ist übrigens ein sogenannter Rechnerverbund/Computercluster, der eine Anzahl von vernetzten Computern beschreibt. In der Regel sind die einzelnen Computer eines Clusters untereinander über ein schnelles Netzwerk verbunden.

Die Intention des Grid Computing ist es, Rechenkapazitäten und Informationen über die Gren­zen von Organisationseinheiten gemeinsam zu nutzen. Die geteilte Nutzung soll in einer sicheren und effizienten Weise funktionieren.

Grid Computing basiert auf drei Basisprinzipien:

  • Standardisierung,
  • Abstraktion von Hardware und
  • Automatisierung.

Ein Grid koordiniert dezentrale Ressourcen und stellt Rechen- und Speicherkapazitäten über das Internet bereit. Der Zugriff erfolgt wiederum über standardisierte Schnittstellen, die durch automatisierte Verteilungsmechanismen unterstützt werden. Standardisierung ist ein wichtiges Mittel, um auf die verschiedenen Ressourcen zuzugreifen, diese zu reservieren, zu überwachen und als ein virtuelles System zu betreiben.

Die gemeinsame, effektive Nutzung von IT-Ressourcen und der Zugriff über das Internet haben sich im Grid Computing etabliert und finden sich auch im Cloud Computing-Modell wieder. Die Erweiterung von Grids durch Rechen-, Speicher- und Netzwerkkapazitäten bei Bedarf ist ebenso Grundlage der Cloud-Infrastruktur.

Grid Computing hat den Weg für Flexibilisierung verfüg­barer Ressourcen und erste nutzungsabhängige Servicemodelle geebnet. Dies sind Grundlagen des Cloud Computing. Des Weiteren lierfert Grid Computing bereits erste Ansätze für Steuerung und Management durch den Anwender.

Grids und Clouds folgen dem Konzept, IT „as a Service“ zur Verfügung zu stellen. Obwohl beide Modelle viel gemeinsam haben, gibt es auch klare Unter­schiede zwischen Grid Computing und Cloud Computing:

  • Grid-Infrastrukturen sind „Langläufer“ mit Vorausplanung und definiertem Ende. Anders ist es bei Clouds – sie sind durch dynamischen Res­sourcenverbrauch ohne Vorausplanung gekennzeichnet.
  • Die Nutzeranzahl von Web-Anwendungen in der Cloud übersteigt deutlich die typische Anzahl der Grid-Nutzer.
  • Virtualisierung, Nutzerzugriff auf Betriebs­systeme und dynamische Software-Provisionierung ist kein generischer Bestandteil von Grids. Dies sind jedoch die Grundvoraussetzungen des Cloud Computings.
  • Grid Computing ist im Wesentlichen PaaS und in Teilbereichen IaaS. Beim Cloud Compu­ting liegt der Fokus auf modernen standardisierten Web-Schnittstellen und programmatische Kontrolle durch den Nutzer.
  • Grundidee des Grid Computing ist eine effi­ziente, kollaborative und freie Nutzung gemeinsamer IT-Ressourcen. Beim Cloud Computing steht der wirtschaftliche im Vordergrund Aspekt („pay-as-you-go“, „on demand“).

So macht der Einsatz von Cloud Computing Sinn! Anwendungsfall: Skalierbarkeit zu Belastungsspitzen

Die Nutzung von Cloud Computing bringt viele Vorteile mit sich. Doch in welchem Fall macht die Anwendung wirklich Sinn? Drei verschiedene Anwendungsbereiche sind prädestiniert für den Einsatz von Cloud Computing gegenüber traditionellen Plattformen. Einer davon ist die Anpassung der Auslastung an Belastungsspitzen.

Viele IT-Abteilungen sind durch variable Auslastung gekennzeichnet. Aus unterschiedlichen Gründen kommt es zu Belastungsspitzen, die nicht immer vorhersehbar sind. Ein Beispiel für vorhersehbare Belastungszeiten sind gewisse Stunden tagsüber, zu denen Systeme vermehrt genutzt werden. Im Unterschied dazu ist die Auslastung am Abend oder nachts meist sehr gering. Viele öffentliche Einrichtungen und Ämter sind durch ein solches Nutzerverhalten bestimmt. Wenn Onlineformulare bereitgestellt werden, greifen die meisten Nutzer tagsüber darauf zu. Bei traditionellen Plattformen kann es zu Höchstzeiten eventuell zum Zusammenbruch und Fehlern kommen. Im Gegensatz dazu werden in den Abendstunden die Ressourcen nicht ausgeschöpft. Durch die Flexibilität von Cloud Computing kann das System an den Bedarf angepasst werden. Während der Nacht wird die Anzahl der Instanzen reduziert und somit auch Kosten reduziert.

Ein anderes reales Beispiel sind Computersysteme, die beruflich genutzt werden. Logischerweise sind sie primär zu den Hauptgeschäftszeiten stark ausgelastet. Mit Cloud Computing kann wieder je nach Situation skaliert werden. Das Risiko für Systemausfälle kann vermindert werden. Für viele Onlinekaufhäuser zeigt sich das Szenario für bestimmte Jahreszeiten. Denn besonders zu Weihnachten erhöht sich die Zahl der Zugriffe.

Ich habe bisher nur von vorhersehbaren Belastungsspitzen gesprochen, aber in Sonderfällen können auch plötzlich sehr starke Auslastungen auftreten. Das macht es natürlich nicht einfacher. Wenn unvorhergesehen überdurchschnittlich viele Zugriffe auf eine Plattform erfolgen, kann es manche Organisation zum Absturz bringen. Solche Sonderfälle können z.B. „Jahrhunderstorys“ in Onlinenachrichten oder neue Innovative Produkte eines Unternehmens sein, die viele Nutzen zu einem Systemzugriff veranlassen. Wenn dann eine Seite nicht erreichbar ist, können viele potenzielle Kunden verloren gehen.

In allen genannten Anwendungsfällen ist die Nutzung von Cloud Computing sinnvoll, um einem Systemausfall vorzubeugen. Ein Unternehmen kann flexibel auf Belastungsspitzen reagieren und gleichzeitig Kosten einsparen.

SaaS oder kein SaaS, das ist hier die Frage! (Teil 3)

Ich war auf der Suche nach Kriterien zur Abgrenzung von SaaS zu „normaler“ Software. Auch die folgenden Punkte sollte man dabei berücksichtigen.

Softwarerelease

Viele inhaltsorientierte Webseiten werden in regelmäßigen Abständen auf den neusten Stand gebracht. Das bedeutet, dass Inhalte aktualisiert und neue Informationen online gehen, jedoch kein neues Release der Software verwendet wird. Es geschieht also unabhängig vom jeweiligen Releasestand der dahinterstehenden Software, z.B. einem Content-Management-System. Anders ist es bei SaaS – die Software wird im Hintergrund vom Anbieter gepflegt und releast.

Zielgruppe der Inhalte

Normale Webseiten und SaaS unterscheiden sich in ihrer Zielgruppe. SaaS hat zum Ziel, dass die generierten Inhalte und Daten nur intern genutzt und gesehen werden können. Bei normalen inhaltsbezogenen Webseiten dient die Veröffentlichung der Inhalte einem breiten Publikum.

Alle genannten Punkte von Teil 1 bis 3 sind nur ein erster Ansatz. Die Liste der Kriterien zur Abgrenzung von SaaS lässt sich sicherlich noch auf andere inhalts-, organisations- und rechtsbezogene Merkmale erweitern.

SaaS oder kein SaaS, das ist hier die Frage! (Teil 2)

Nun kommen wir der Antwort der Frage noch ein Stück näher. Die nachfolgenden Merkmale sind ebenfalls wichtig, wenn man SaaS unter all den Anwendungen erkennen möchte.

Serviceabrechnung basierend auf dem Verbrauch

Wie bei allen Cloud Computing Services wird auch SaaS flexibel abgerechnet. Die Software wird zum Mietpreis zur Verfügung gestellt und die tatsächliche Nutzungszeit wird erfasst. Diese Praxis macht die Abrechnung nach dem tatsächlichen Verbrauch möglich und der Kauf von Software ist nicht nötig. Der Servicegedanke steht hier im Vordergrund.

Service-on-Demand (SoD) und Skalierbarkeit

Die Skalierbarkeit bzw. Erweiterung des Service ist ein wichtiger Faktor bei SaaS. Der Anbieter managt die IT-Infrastruktur und die vorhandenen Ressourcen. Er kann sie den Kunden flexibel zur Verfügung stellen, damit jeder Kunde den optimalen Service erhält.

Datenspeicherung, Datensicherheit und Online-Collaboration

Eine Grundidee des Cloud Computing ist die komfortable Nutzung. Dazu gehört auch, dass ein SaaS-Anbieter die Datenspeicherung für den Kunden übernimmt. Der Kunde muss sich jedoch darauf verlassen, dass seine Daten sicher vom SaaS-Anbieter gespeichert werden. Im optimalen Fall macht die Anwendung auch ein paralleles Arbeiten möglich, so dass Mitarbeiter gemeinsam an Dateien arbeiten können. Ein Beispiel für die gemeinsame Nutzung von einem Dokument bzw. Online-Collaboration mit SaaS ist Google Docs.

Seid gespannt auf den nächsten und letzten Teil 3!

SaaS oder kein SaaS, das ist hier die Frage! (1)

Ich habe bereits kurz über SaaS (Software-as-a-Service) berichtet. Ähnlich wie bei „Cloud Computing“ ist es momentan ein richtiges Modewort. In vielen Marktingmitteln wird stolz mit SaaS geworben. Ich habe mich gefragt, wo genau man SaaS von „normaler“ Software abgrenzen kann. Gibt es spezielle Merkmale, die SaaS ausmachen?

Manchmal ist es nicht direkt ersichtlich, welche Anwendung wirklich SaaS ist und welche nicht. Deshalb habe ich ein paar Punkte gesammelt, anhand denen man SaaS kategorisieren kann. Eine Abgrenzung ist sowohl zu normaler desktopfähiger Software als auch zu sonstigen Webseiten möglich.

Software muss webbasiert laufen

Das prägnanteste Merkmal von SaaS ist, dass die Software nicht mehr auf dem persönlichen Rechner installiert werden muss. Man greift direkt über ein Netzwerk wie das Internet auf die Software zu. Aufgrund dessen muss SaaS unabhängig von Browser und Betriebssystem laufen und von überall erreichbar sein. Ein minimaler Installationsaufwand von nützlichen Addons oder Tools ist legitim und disqualifiziert eine SaaS nicht gleich aus der Kategorie. Ein gutes Beispiel dafür ist Gmail mit dem Gmail Notifier – eine kleine herunterladbare  Anwendung, die Ihnen mitteilt, wenn Sie neue Google Mail-Nachrichten haben.

Softwareanteil der Anwendung muss überwiegen

Der Schwerpunkt von Webanwendungen macht eine Unterscheidung von normalen Webseiten und SaaS-Anwendungen möglich. Wenn der Inhalt einer Webseite von Hauptinteresse ist, dann gehört die Seite tendenziell nicht zu SaaS, wie z.B. bei Twitter.com. Es geht jedoch auch anders. CoTweet als ähnliche Anwendung ist mit nützlichen Sonderfunktionen eher als Software ausgerichtet. Somit fällt es unter die Kategorie Saas. Der Differenzierungsgrad ist schmal. Als Nutzer sollte man aber immer hinterfragen, ob ich die Anwendung aufgrund des Inhalts oder der Funktionen nutze.

Doch das ist noch nicht alles! Die Liste der Merkmale von SaaS werde ich in meinen nächsten Posts komplettieren. Es bleibt also spannend…

IT-Outsourcing vs. Cloud Computing – Worin besteht der Unterschied?

Unter IT-Outsourcing wird die Auslagerung von Arbeits-, Produktions- oder Geschäftsprozessen einer Institution an externe Dienstleister verstanden. Dabei kann die IT ganz oder auch nur in Teilen ausgelagert werden. Outsourcing ist heutzutage ein etablierter Bestandteil von Organisationsstrategien in vielen Unternehmen. Werden nur einzelne IT-Funktionen ausgelagert, so spricht man von selektivem Outsourcing, wird hingegen die gesamte IT ausgelagert, so nennt man dies totales Outsourcing.

Klassisch werden beim IT-Outsourcing die gemieteten Infrastrukturen nur von einem Kunden genutzt – im Sinne von Single-Tenant-Architektur. Dabei verfügt jeder Kunde letztlich über seine eigene Infrastruktur, auch wenn alle Kunden beim gleichen Anbieter sind. Es gibt zwei Varianten der Bereitstellung. Die ausgelagerte Infrastruktur und Software kann sich sowohl beim Kunden als auch beim Anbieter befinden. Die Verantwortung dafür trägt jedoch immer der externe Anbieter.

Prinzip der Single-Tenant-Architektur

Nun könnte man meinen, dass es ja gar keinen Unterschied zwischen IT-Outsourcing und Cloud Computing gibt. Das stimmt jedoch nicht! Die Nutzung von Cloud Computing und den dazugehörigen Serviceangeboten ist im Wesentlichen ein Teilbereich des IT-Outsourcing. Es hebt sich jedoch durch einige Besonderheiten vom klassichen IT-Outsourcing ab.

Beim Cloud Computing werden integrierte, skalierbare und anpassungsfähige Applikationen zur Verfügung gestellt. Die Hard- und Software befinden sich in den Rechenzentren des Anbieters. Die sehr kurzfristige Anpassung an den tatsächlichen Bedarf ist viel schneller möglich als beim klassischen Outsourcing. Dadurch kann eine höhere Flexibilität bei geringeren Kosten erzielt werden.

Anders als beim IT-Outsourcing teilen sich in einer Cloud mehrere Nutzer eine gemeinsame Infrastruktur und sparen so zusätzlich. Die Ressourcen sind beim Cloud Computing dynamisch und können innerhalb viel kürzerer Zeit an den tatsächlichen Bedarf des Kunden angepasst werden. Der Kunde bestimmt selbst die Zugriffsdauer mittels einer Webschnittstelle, so dass die Dienste auf seine Bedürfnisse zugeschnitten werden.

Cloud Computing ist mehr als nur ein Modewort. Durch die eingesetzten Techniken ist es möglich, die IT-Leistung dynamisch über mehrere Standorte zu verteilen. Der Kunde kann die genutzten Dienste und seine Ressourcen einfach von mehreren Orten aus abrufen. Diese können noch so weit geografisch verstreut sein (Inland oder Ausland). Als Kunde muss man sich also nicht auf einen Standort beschränken.

Die passende Wolke für Jeden! Private – Public – Community oder Hybrid?

Viele Wolken schweben am IT-Himmel, doch welche Cloud ist die passende? Es wird grundsätzlich zwischen vier Modellen unterschieden.

Private Cloud

Wie der Name schon sagt, wird hier die Cloud-Infrastruktur für einen eingeschränkten Benutzerkreis oder innerhalb einer Organisation betrieben, wie z.B. Behörden, Firmen, Start-Ups und Vereine. Ein gutes Beispiel ist Ubuntu One. Ob die Cloud von der Organisation selbst oder von einem externen Anbieter betrieben wird, ist für die Kategorie „Private“ nicht von Bedeutung. Das Rechenzentrum kann entweder in der eigenen Institution stehen oder ausgelagert beim Dienstleister sein.

Public Cloud

Die öffentliche Rechnerwolke zeichnet sich dadurch aus, dass die Dienste von einer großen Gruppe bzw. der Allgemeinheit genutzt werden. Solche Gruppen können z.B. ganze Industriebranchen sein. Ein Dienstleister stellt die Cloud-Infrastruktur zur Verfügung und alle Involvierten können über das Internet darauf zugreifen. Als Kunde nutzt man ganz einfach den Service auf Mietbasis entsprechend der tatsächlichen Nutzung. Da die Cloud von einem Anbieter betrieben wird, wird sie auch externe Cloud genannt.

Community Cloud

Wenn mehrere Institutionen bzw. Interessensgemeinschaften eine Cloud-Infrastruktur gemeinschaftlich nutzen, spricht man von der Community Cloud. Dieses Modell ähnelt der Public Cloud. Der Unterschied ist jedoch, dass die Nutzergruppen viel kleiner sind und sich der Nutzerkreis die Kosten teilt (z.B. Universitäten, Unternehmen mit ähnlichen Interessen, Forschungsgemeinschaften). Eine solche Cloud kann von einer dieser Institutionen selbst oder von einem Anbieter betrieben werden.

Hybrid Cloud

Eine Sonderform der Cloud ist die Hybrid Cloud. Dabei werden mehrere eigenständige Cloud-Infrastrukturen aus den Bereichen von Public Cloud und Private Cloud über Schnittstellen zusammen genutzt. Die Kombination kann den Bedürfnissen der Nutzergruppe angepasst sein.

Und welche ist nun Ihre Wolke?