Erwartungen an Cloud Computing – Kosteneinsparung und Flexibilität an oberster Stelle

von Karola am 11. August 2011

Im Mai dieses Jahres führte das britische Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne eine europaweite Studie zum Thema Cloud Computing durch. Die Studie wurde von Easynet in Auftrag gegeben. Die Teilnehmer der Studie waren 800 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern aus sieben europäischen Ländern. Unter den Befragten waren 200 aus Deutschland und 50 aus der Schweiz. Alle Teilnehmer wurden zu ihren Einschätzungen bezüglich Cloud Computing befragt.
Daraus hat sich ergeben, dass die europäischen Unternehmen unterschiedliche Vorteile in der Nutzung von Cloud Computing sehen und schätzen. Zwei genannte Vorteile stechen aus den Ergebnissen jedoch deutlich hervor. Über die Hälfte (55 %) der Befragten sieht die Möglichkeit zu Kosteneinsparungen als Hauptvorteil. Dieser Aspekt wird gefolgt von den erwarteten Vorteilen Flexibilität der IT-Nutzung und effizienterer Einsatz von Ressourcen.
In der Studie wurde neben den Vorteilen von Cloud Computing auch der Sicherheitsaspekt thematisiert. Die Ergebnisse sind jedoch nicht überraschend. Sicherheit ist heutzutage in jedem Unternehmen ein wichtiger Faktor. Die Studie zeigt, dass für 63% der Befragten Sicherheit mitunter das wichtigste Thema beim Cloud Computing ist. Erwartungsgemäß sind die Werte in Deutschland (65 %) und der Schweiz (72 %) etwas höher als beim europaweiten Durchschnitt.

Die Ergebnisse der Studien haben aufgedeckt, dass die Unternehmen eine Tendenz bei den Cloud-Modellen haben. Die Private Cloud wird im Vergleich zu Public Clouds mit 52 % bevorzugt. Deshalb würden die befragten Unternehmen auch eher in Private Clouds investieren.
Teil der Studie waren auch gezielte Fragen nach den Vorteilen des Private-Cloud-Konzepts. Die Antworten zeigen eine Übertragung vom gesamten Cloud-Computing-Konzept auf die Private Cloud im Speziellen. Auch hier sehen die Befragten den Vorteil primär bei geringeren Kosten und höherer Flexibilität. Dieser Meinung sind 41 % der teilnehmenden Unternehmen.

In der Anwendung von Private Clouds schätzen 40 % die Möglichkeit, spezielle Sicherheitsaspekte zu verbessern. Individuelle Security Levels und Zertifizierungen können realisiert werden und sind von Vorteil. Ein Drittel (34 %) der Befragten schätzt außerdem die Möglichkeit der Vereinbarung von individuellen Service Level Agreements (SLA) – sozusagen der individuelle Servicevertrag für Cloud-Dienstleistungen.
Ich lese aus den Ergebnissen, dass das Thema Sicherheit in der Cloud eine zentrale Rolle spielt. Die Unternehmen möchten von den genannten Vorteilen profitieren. Doch nicht alle nutzen letztendlich wirklich die Private Cloud, die einige Sicherheitsprobleme lösbar macht. Es wird noch einige Zeit dauern bis die Unsicherheiten zum Thema aufgelöst werden. Hier müssen die Anbieter also weiter aufklären.

Die EuroCloud Deutschland Awards 2012

von Andreas Junginger am 06. März 2012

Logo der EuroCloud Awards 2012

Im Rahmen der EuroCloud Deutschland Conference am 22. Mai 2012 in Köln, werden die diesjährigen EuroCloud Awards vergeben. In den Kategorien Best Cloud Service Produkt, Best Start-Up, Best Case Study (Commercial Sector und Public Administration) können Anbieter für Ihre Produkte und Dienstleistungen ausgezeichnet werden.

Zusätzlich kommt in diesem Jahr noch ein Cloud Service Anwender Award hinzu, der auf der CloudZone 2012 in Karlsruhe verliehen wird. Dort wird ein Anwenderunternehmen ausgezeichnet, das durch den Einsatz von Cloud-Services eine besondere Effizienzsteigerung erfahren hat.

Die Gewinner der diesjährigen Awards nehmen automatisch auch an der Verleihung der EuroCloud Europe Awards teil und haben die Chance, sich auch auf europäischer Bühne beim EuroCloud Europe Kongress zu präsentieren.

Die Kategorien im Detail

Best Cloud Service Produkt

Innovative Produkte, die das Potential für eine hohe Marktakzeptanz haben, werden in dieser Kategorie bewertet. Die Funktionalität, Konnektivität und Interoperabilität eines Produktes werden genauso begutachtet wie die Ressourceneffizienz der technischen Umsetzung. Grundvoraussetzung für jeden Teilnehmer und sein Produkt sind die Erfüllung von Standards in den Bereichen Datensicherheit, Datenschutz und Compliance. Außerdem muss das Produkt am deutschen Markt angeboten werden.

Best Start-Up

Originelle und kreative Lösungen von jungen Unternehmen, die maximal seit 3 Jahren am Markt aktiv sind. Auch hier wird nach dem Innovationspotential und der Zukunftsorientierung der Produkte und Dienstleistungen geschaut.

Best Case Study (Commercial Sector)

An einem konkreten Anwendungsbeispiel wird der dazugehörige Business-Ansatz bewertet. Die Attraktivität des Dienstes, den Nutzen und Wettbewerbsvorteil, den er für den Kunden bringt und schließlich auch innovative  Marketing- und Vertriebskonzepte fließen in die Betrachtung ein.

Best Case Study (Public Administration)

Genau wie im kommerziellen Bereich, wird hier der Business-Ansatz eines Anwendungsbeispiels bewertet. Nur sind hier Cloud-Services für die öffentliche Verwaltung im Fokus der Jury. Daher fließen vor allem auch die Vorteile für den Bürger oder die Institutionen selbst in die Bewertung, die durch die Nutzung eines Cloud-Service erzielt werden.

Höchste erreichte Effizienzsteigerung mittels Cloud-Services

Dieser Preis ist, wie oben schon angemerkt, der Preis in der Kategorie Cloud Service Anwender. Unternehmen, die positive Erfahrungen und vor allem Kosten- und Wettbewerbsvorteile, sowie eine Effektivitätssteigerung durch höhere Produktivität und Prozessgeschwindigkeiten erzielten, sollen erstmalig dafür ausgezeichnet werden.

Anbieter und Unternehmen können Ihre Anmeldungen noch bis zum 08.April einreichen. Mehr über die Teilnahmebedingungen kann auf der Webseite von EuroCloud erfahren werden.

Compliance – Challenge des Cloud Computing

von Karola am 13. Januar 2012

In vielen Unternehmen gibt es neben den Befürwortern von Cloud Computing auch einige Gegner, die Bedenken in Hinblick auf Datensicherheit, Verfügbarkeit und Performance der Cloud-Dienste haben. Hinzu kommt die Ungewissheit was die Integrationsfähigkeit in bereits bestehende IT-Infrastrukturen und die nahtlose Unterstützung der vorhandenen Geschäftsprozesse betrifft. Ein Unternehmen, das sich für Cloud Computing entscheidet, muss intern und extern Aufklärungsarbeit leisten und die evtl. Bedenken auflösen. Deshalb sind Rahmenbedingungen nötig, um diese Fragen zu klären. In diesem Fall spielt Compliance eine wichtige Rolle.
IT-Compliance beschreibt in der Unternehmensführung die Einhaltung der exteren gesetzlichen, unternehmensinternen und vertraglichen Regelungen und Richtlinien im Bereich der IT-Landschaft bzw. im Teilbereich Cloud Computing. Noch gibt es keine speziellen Compliance-Regeln für Clouds, sondern die allgemeinen IT-Compliance-Anforderungen finden ihre Anwendung. Die bekanntesten nationalen Regelungen zur Erfüllung der IT-Compliance sind:

Für global tätige Unternehmen gelten noch weitere europäische Richtlinien, wie Basel II zur Analyse der Kreditwürdigkeit, und internationale Regelungen. Beispielsweise wenn ein Unternehmen in den USA an der Börse notiert ist, ist u.a. der Sarbanes-Oxley Act (SOX) gültig. Weitere Richtlinien sind z.B. FINRA (NASD/SEC), HIPAA, IFRS, und MiFID. Unternehmen unterliegen demzufolge zahlreichen rechtlichen Verpflichtungen, deren Nichteinhaltung zu hohen Geldstrafen und Haftungsverpflichtungen führen kann. Hinzu kommen noch unternehmensinterne Konventionen und Handelsbräuche. Die Einhaltung dieser zahlreichen Regelungen ist Inhalt der IT-Compliance.
Heutzutage wird oft IT-Governance als Synonym verwendet. Tatsächlich ist Compliance aber nur ein Teilbereich der IT-Governance, der sich mit Informationssicherheit, Verfügbarkeit, Datenaufbewahrung und Datenschutz von IT-Systemen im Unternehmen beschäftigt. Im Unterschied dazu umfasst Governance noch die Bereiche Controlling, Geschäftsprozesse und Management.
Die Herausforderung im Cloud-Compliance ist nun, die Zweifler anhand der Einhaltung der Regelungen zu überzeugen. Die allgemeinen Regelungen müssen auf das Spezialgebiet Cloud Computing adaptiert werden, so dass Compliance mehr Transparenz im Bereich Cloud-Sicherheit bietet. Bei der Adaption gilt es die allgemeinen Anforderungen zu kennen und ihre Bedeutung zu verstehen. Die Vielzahl der Cloud-Angebote und fehlende Standards für Clouds erschweren diese Arbeit.
Bevor man sich die Anbieter genauer anschaut, sollten Unternehmen eine Ist-Analyse ihrer bestehenden IT-Infrastruktur durchführen.

  • Welche Dienste können überhaupt ausgelagert werden? Welche sollen intern bleiben?
  • Welche Systeme und Prozesse sind unternehmenskritisch? Welche Daten sind wichtiges geistiges Eigentum?

Auf dieser Basis lassen sich alle relevanten Bereiche definieren, die für die Nutzung von Cloud Computing geeignet sind. Im Folgeschritt müssen die Anforderungen an den Cloud-Anbieter definiert werden, wie z.B.:

  • Aufrechterhaltung der Services im Notfall/Eskalationsmanagement
  • Vergütungskriterien
  • Regelungen über Teilleistungen und deren Kündigung
  • Nutzungsrechte von urheberrechtlich geschützten Programmen
  • Lizenzrechte, Haftung
  • Datenschutz, Datensicherheit
  • Rechte auf Daten bei Beendigung des Vertrags

Wie sie sehen ist der Umgang mit Cloud-Compliance kein Kinderspiel. Deshalb bietet sich der Einstieg anhand kleiner Pilotprojekte an. Unter der Leitung eines Verantwortlichen werden so erste Erfahrungen gesammelt, die bei Erfolg später auf größere Projekte übertragen werden können. Der Gesamtverantwortlich fungiert dann im Unternehmen als Berater und hilft bei weiteren Adaptionen.

SaaS gewinnt Zuspruch im Mittelstand – Wann macht die Anwendung Sinn?

von Karola am 05. August 2011

Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von Software-as-a-Service (SaaS). Dies belegt auch eine Studie der Technischen Universität Berlin. Der Lehrstuhl für Informations- und Kommunikationsmanagement hat im Auftrag des SIBB e. V. eine Online-Befragung zur Nutzung von Cloud Computing umgesetzt. Die Erhebung wurde mit kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie in der Region Berlin-Brandenburg durchgeführt. Die Befragten gaben an, dass sie insbesondere bei SaaS den größten Nutzen für das eigene Geschäft sehen. Die Servicemodelle Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) folgen erst danach in Hinblick auf den Nutzen.

Das Angebot an SaaS ist heutzutage reichlich. Doch nicht jede Anwendung und jedes Geschäft eignet sich für die Nutzung von SaaS. Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, denn die Prozesse unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Grundsätzlich geeignet ist SaaS jedoch für Anwendungen, die

  • nicht unternehmenskritisch sind,
  • eher geringe Sicherheitsanforderungen haben,
  • nicht mit On-Premise-Anwendungen verknüpft sind,
  • keine größeren Anpassungen erfordern,
  • sich an eine verteilte Nutzergruppe richten.

INFO: „On-Premise“ beschreibt propritäre Software, die vom Nutzer gekauft und selbst betrieben wird. Der Nutzer erwirbt Softwarelizenzen und zahlt für Wartungsgebühren.

Ein Beispiel für SaaS-passende Anwendungen nach den genannten Punkten sind Human-Resources- und Collaboration-Programme. Je ausgereifter der SaaS-Service, desto mehr unternehmenskritische Anwendungen sind denkbar, wie z.B. Anwendungen für Beschaffung oder Logistik zwischen Kunden und Lieferanten.

SaaS ist mittlerweile eine gute Alternative zu klassischen Installationen, Hosting-, Provisioning- und Outsourcing-Modellen. Die geringeren Anschaffungskosten, flexible Folgekosten, eine höhere verfügbare Bandbreite und technische Neuerungen bei Web-Technologien kommen der SaaS-Nutzung zugute. Den optimalen Einsatz sollte jedes Unternehmen mit den potenziellen Anbietern besprechen und Vor- und Nachteile gut abwägen. Über die Vorteile von SaaS allgemein gibt es bald mehr zu lesen!

Ein starker Aufwind für die Cloud – Ansteigende Nutzung von Cloud Computing

von Karola am 03. August 2011

Der Fortschritt der Cloud wird durch eine Umfrage des britischen Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Juni 2011 belegt. Im Auftrag von Easynet Global Services wurden 800 CIOs (Chief Information Officer) und IT-Verantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern nach ihren Einschätzungen bezüglich Cloud Computing befragt. Der Fokus der Untersuchung lag auf dem europäischen Markt. Unter den sieben befragten europäischen Ländern waren 200 Teilnehmer aus Deutschland und 50 aus der Schweiz.

Die Umfrage hat ergeben, dass 51 % der Befragten mehr Cloud Computing-Technologien einzusetzen als noch vor einem Jahr. Die deutschen Unternehmen stimmen mit 50 % mit dem europäischen Trend überein. Der Schweizer Markt ist dabei noch etwas zurückhaltend. Schweizer Unternehmen weichen mit nur 30 % vom europäischen Durchschnittswert ab.

Ähnliche Zahlen ergaben sich bei der Frage nach Investitionsvorhaben. Knapp die Hälfte (49 %) der Unternehmen möchte im kommenden Jahr ihre Investitionen im Bereich Cloud Computing ausweiten. Diese Pläne wurden für den Zeitraum der nächsten 12 Monate konkretisiert. Die befragten CIOs und IT-Verantwortlichen waren sich sicher oder sehr sicher, innerhalb eines Jahres mehr in Cloud Computing-Technologien zu investieren. Auch hier ist die deutsche Industrie mit 54 % nahezu gleichauf mit dem europäischen Durchschnitt. Mit lediglich 24 % sind die Schweizer Unternehmen auch im Bereich der Investitionen eher zögerlich.

Die Umfrage hat gezeigt, dass große Unternehmen eher ihre Investitionen ausweiten wollen als kleinere. Unternehmen mit einer Größe von 250 bis 500 Beschäftige haben 43 % der Unternehmen Investitionspläne. Bei einer Größenordnung von 750 bis 1000 Mitarbeitern sind es 52 % der Unternehmen, die mehr in Cloud Computing-Technologien investieren wollen.

Cloud Computing rentiert sich für eine Branche mehr als eine andere. In Hinblick auf die Differenzierung nach Branchen haben sich ebenfalls Unterschiede ergeben. Beispielsweise wollen im Bereich der Finanzdienstleister 55 % der Befragten mehr in Cloud-Technologien investieren. Im Unterschied dazu planen nur 45 % der Produktionsindustrie und 50 % der Handels- und Logistikunternehmen weitere Investitionen im Laufe des nächsten Jahres.
Diese Zahlen zeigen, dass Cloud Computing auf dem Vormarsch ist. Die Unternehmen sind bei der praktischen Umsetzung von Cloud Computing einen Schritt weiter. Die Unternehmen sind bereit zu investieren. Diesen Aufschwung sollten die vielen Anbieter nutzen und ihre Dienste an die Kundenanforderungen anpassen. Denn wie heißt es so schön: „Kunde ist König“.

Open-Source und Cloud Computing – So funktioniert’s (2): „collectd”

von Karola am 10. September 2011

collectd

Im März dieses Jahres wurde Version 5.0.0 von collectd veröffentlicht. collectd ist ein Open-Source-Daemon, der vorwiegend für UNIX/Linux-Anwender entwickelt wird. Der Daemon sammelt, verarbeitet und speichert Daten über die Systemperformance im Hintergrund und stellt die Daten in unterschiedlichen Formaten bereit, u.a. RRDtool-Format. Mit collectd lassen sich in kleineren, übersichtlichen Netzen ohne viel Mühe Systemstatistiken erheben und grafisch darstellen, z.B. in HTML. Diese Funktionen machen collectd zu einer kostengünstigen, flexiblen, skalier- und erweiterbaren Lösungen für die Performanceanalyse und Kapazitätsplanung. Der Daemon verfügt über eine Plugin-Architektur, die es erlaubt Informationen von einer Vielzahl von Diensten und Servern wie Apache, memcache und Linux-VServer zu sammeln.

Beispielgraph einer Systemstatistik mit collectd (Quelle: collectd)

Beispielgraph einer Systemstatistik mit collectd (Quelle: collectd)

collectd ist ein effizientes C Programm, das wenig in der Entwicklungsumgebung voraussetzt. Damit bleibt dem Anwender eine unübersichtliche Modulflut erspart.

Während der Analyse sammelt collectd wichtige Leistungsdaten für die Systemstatistik. Solche Leistungsdaten sind z. B.:

  • CPU-Auslastung
  • Speichernutzung
  • Netzwerkverkehr

Die gesammelten Informationen unterstützen bei der Performanceanalyse und Kapazitätsplanung. Für ein komplettes Monitoring reicht es jedoch nicht ganz aus. collectd ist also eine ideale Ergänzung für bereits vorhandene System-Management-Anwendungen.

Webseite: http://collectd.org

Cloud Computing weltweit – Wird der neue Trend überall gleich aufgenommen? (2)

von Karola am 17. August 2011

Im letzten Post habe ich euch von der internationalen Studie der Marktforschungsgesellschaft GfK Custom Research berichtet. Sie befragten Unternehmen aller Größen in Brasilien, China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA. Ich möchte euch die restlichen Ergebnisse nicht vorenthalten. Wie denken die unterschiedlichen Nationen über Kosten und Anbieter im Bereich Cloud Computing?

Kostenfaktor

Auch das Thema Kosten wird unterschiedlich beurteilt. Die Studie befasste sich mit den finanziellen Aspekten des Cloud Computing. Sie ergab, dass 42 % der Befragten Bedenken wegen den Kosten des laufenden Betriebs haben. Es zeigt sich, dass die Einsparungspotenziale durch den Einsatz von externen Cloud-Computing-Services nicht offensichtlich als Vorteil angesehen werden. In den Industriestaaten sind Kosteneinsparung und Flexibilität weniger genannte Argumente, um für Cloud Computing zu argumentieren. Ganz anders in den Schwellenländern: Hier benennen die IT-Verantwortlichen Kosteneinsparungen als einen der größten Vorteile der Cloud. Eine mögliche Erklärung dafür sind die geringeren finanziellen Mittel der Schwellenländer. Den kapitalschwächeren Unternehmen kommt das Cloud-Konzept höchst gelegen. Die Cloud ermöglicht einen besseren Zugang zu IT-Leistungen, wobei keine eigene IT-Umgebung aufgebaut werden muss. Dadurch kann ein Unternehmen ohne großen Kapitalaufwand dem weltweiten Wettbewerb entgegentreten.

Anbieterpräferenz

Laut der Studie der GfK sind Amazon, Apple, Google und Microsoft insgesamt die bekanntesten Anbieter im Bereich Cloud Computing. Der Bekanntheitsgrad einzelner Anbieter differenziert jedoch von Nation zu Nation. In China und Indien erfreuen sich außerdem IBM und Oracle einer gewissen Popularität. Die Ergebnisse in Brasilien zeigen Google und Microsoft als klare Favoriten in Bezug auf Bekanntheit.

Der ermittelte Bekanntheitsgrad der Anbieter ist jedoch nicht mit der tatsächlichen Nutzung gleichzusetzen. Es ist keine Garantie dafür, ob ein Unternehmen auch den Service des bekanntesten Anbieters wählt. Die Auswahl eines Anbieters ist meist eine Entscheidung auf Vertrauensbasis. Ein Unternehmen schaut genau, wie der Dienstleister die sensiblen Daten behandelt.

Die Studie belegt, dass die IT-Verantwortlichen der Schwellenländer deutlich mehr Vertrauen in die großen weltweiten Anbieter haben. Die Befragten der westlichen Länder lassen sich dadurch weniger beeinflussen. Dies ist ein wichtiges Indiz dafür, dass in den Schwellenländern Brasilien, China und Indien großes Potenzial für Cloud-Computing-Anbieter besteht. Im Unterschied dazu sind die Unternehmen in Europa und den USA noch etwas zögerlicher.

Die Spitzenposition unter den Anbietern nimmt Microsoft ein. Zwei Drittel der befragten IT-Entscheider haben größtes Vertrauen in Microsoft. Der Spitzenreiter wird gefolgt von IBM (63 %) und Google (58%). Die übrigen Anbieter können sich im Ranking erst mit erheblichem Abstand zu den drei genannten positionieren. Die deutschen Unternehmen geben eine etwas abweichende Einschätzung zu den Anbietern ab. Hierzulande teilen sich IBM und die Deutsche Telekom die Vorreiterstellung mit deutlich höheren Vertrauenswerte als Microsoft und Google.

Trotz der klaren Favoriten ist der neue Markt des Cloud Computing offen für neue Anbieter. Wer das Vertrauen der Kunden gewinnt, hat gute Chancen auf dem Markt. Dabei ist wichtig, dass man als Anbieter Sicherheit gibt und seine Angebote glaubhaft an den Mann bringt. Die Kunden freuen sich über transparente Geschäftsbeziehungen und Kontrolle der Angebote.

Die ermittelten Ergebnisse zeigen, dass Cloud Computing weltweit anders angenommen wird. Ich bin gespannt, ob sich die Unterschiede in den nächsten Jahren ausbalancieren werden.

SaaS: Vorteile für den Nutzer (4) – Mehr Flexibilität im Geschäftsalltag

von Karola am 27. September 2011

Heute dies und morgen das – der Markt ist sprunghaft. Unternehmen müssen heutzutage schnell und flexibel auf Veränderungen am Markt reagieren können. Um im Wettbewerb bestehen zu können, sollte man Facility-, IT- und Mitarbeiter-Ressourcen flexibel und bedarfsgerecht einsetzen. Die notwendige Flexibilität ist mit dem Einsatz von Cloud Computing erheblich leichter.

Der traditionelle Weg (ohne Cloud Computing) bedeutet langfristige Planung der IT-Infrastrukturen und Personalressourcen. Die IT-Verantwortlichen müssen sich für die kommenden drei bis fünf Jahre im Voraus festlegen. Aufgrund der langfristigen Sicht müssen eventuelle Belastungsspitzen der IT-Kapazitäten mit eingeplant werden. Die Folge ist, dass eher zu groß geplant wird, um für den Extremfall gewappnet zu sein. Es ist Tatsache, dass sich der Markt mit rasanter Geschwindigkeit weiterentwickelt. Eine jahrelange Vorausplanung ist dabei eher ungeeignet. Diese Zeitspanne ist einfach zu groß, um als Unternehmen wirklich bedarfsgerecht und flexibel zu sein. Es kommt zu Fehlplanungen und zeitweise ungenutzten Ressourcen.

In diesem Kontext zeigt sich das Potenzial von Cloud Computing. Ein Unternehmen bindet sich nicht an eigene Infrastrukturen. Es umgeht die Anschaffung von teuerer IT-Infrastruktur, die für den Normalbedarf an 350 Tagen im Jahr völlig überdimensioniert ist. Änderungen und Erweiterungen in herkömmlichen IT-Infrastrukturen sind oftmals arbeits- und zeitintensiv. Sie verursachen in der Regel auch erhebliche höhere Kosten. Mit der Nutzung skalierbarer Ressourcen wie SaaS und IaaS verfügen Sie innerhalb kürzester Zeit über zusätzliche Rechenleistung und zusätzliche Arbeitsplätze. Bei Bedarf können sie sogar ihren Mitarbeitern einen temporären Heimarbeitsplatz zur Verfügung stellen, und das ohne lästigen Installationsaufwand. Dadurch kann sich ein Unternehmen mit geringem Zeitverzug auf die individuellen Marktbedürfnisse anpassen.

Das größte Potenzial liegt in der Flexibilität und Skalierbarkeit von Cloud Computing. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren enorm davon. Sie gewinnen Flexibilität für das gesamte Unternehmen und haben langfristig weniger Kostendruck. Das Mietmodell SaaS macht es möglich, dass Unternehmen innovative Business-Anwendungen nutzen können, ohne vorab viel Geld in die technische Infrastruktur investieren zu müssen.

Cloud-IT im Rückblick – Wer hat sich profiliert und wer hat noch viel zu tun?

von Karola am 29. Dezember 2011

Das Geschäftsjahr neigt sich dem Ende. Eines ist dieses Jahr deutlich geworden – Cloud Computing ist nicht mehr wegzudenken und viele IT-Unternehmen springen auf die Wolke auf. Das Jahresende ist eine gute Gelegenheit, sich die Lage der fünf führenden IT-Unternehmen im Rückblick genauer anzusehen.
Wichtige Trends waren dieses Jahr Cloud Computing im Kontext von Mobilität und Social Web. Für so manchen Konzern der „Big Five“ (HP, IBM, Microsoft, Oracle, SAP) waren die Trends eine große Herausforderung. Einige haben sie besser und andere schlechter gemeistert.
In diesem Jahr schien es so als hätte Hewlett-Packard (HP) strategische Probleme gehabt. Es wurde viel Geld investiert, jedoch auch einige Fehlentscheidungen getroffen. Es hat sich gezeigt, dass sich die Entwicklung von einzelnen Bausteinen nicht rentiert. Nun will man bei HP im neuen auf Kundenorientierung setzen und komplette Cloud-Lösungen anbieten. Dafür muss der Konzern jedoch sein Service- und Softwaregeschäft erheblich ausbauen. Das neue Jahr soll mit einer strategischen Neuausrichtung wieder zum Erfolg führen.
Anders sieht es bei IBM aus. Der Konzern scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Die betriebswirtschaftlichen Zahlen stimmen und die Aussichten sind gut. Grund dafür ist die Ausgewogenheit bei Technologie-, Produkt- und Serviceangeboten. So scheint es als wäre IBM momentan relativ krisenresistent. Das Unternehmen ist mit Business Intelligence, Cloud Computing, Social und kollaborativen Werkzeugen am Puls der Zeit. Auch die neue Führung, Virginia Rometty, lässt mit ihrer Erfahrung auf ein positives Jahr 2012 hoffen.
Im Gegensatz dazu scheint sich Microsoft in einer Krise zu befinden. Vor allem die aktiven Unternehmen Apple und Google machen Microsoft schwer zu schaffen. Der etablierte Konzern Microsoft hechtet den neusten Trends hinterher und ist ständig im Zugzwang. Die Konkurrenz bestimmt, wie es in der Mobilität weitergeht. Daneben sieht Microsoft etwas blass aus. Die neue Kooperation mit Nokia muss gefestigt werden und überzeigen, um wieder auf dem Markt voran zu kommen.
Auch Oracle steht momentan gut da. Jedoch gibt es ein paar Knackpunkte, die die Stabilität des Erfolgs beeinflussen könnten. Analytische Datenbanken mit In-Memory-Technologien sind auf dem Vormarsch, aber SAP stellt in diesem Bereich eine große Konkurrenz da. Der Wettbewerb könnte positiv oder negative für Oracle ausgehen. Weitere Minuspunkte für Oracle sind, dass der Konzern Marktanteile im Bereich Business Intelligence verliert und dessen Integration immer noch viel Aufwand verursacht.
Ein leuchtender Stern am Cloud-Himmel ist SAP aus Walldorf. Das Unternehmen überzeugt mit innovativen Ideen seine treuen Kunden. Mit viel Schwung widmet man sich der Weiterentwicklung. Die bisherigen Jahre haben dazu beigetragen, dass SAP mit seinen Produkten gereift ist. Mit der richtigen Strategie und praktischen Lösungen kann sich SAP auf dem Cloud-Computing-Markt etablieren. Auch im Bereich Mobilität ist SAP mit der eingekauften Plattform von Sybase vorne mit dabei.
Als Fazit lässt sich feststellen: IBM und SAP sind die Gewinner im Jahr 2011, bei denen es geschäftlich relativ rund läuft. Im Unterschied dazu, gibt es bei Microsoft, Oracle und vor allem HP noch viel zu tun. Das Ziel sollte sein, mit Innovation zu überzeugen. Denn Apple und Google machen zunehmend Druck. Es wird in Zukunft nicht gerade leichter werden, sich für die künftigen Wachstumsfelder Cloud Computing, Mobilität und Social Web zu transformieren.

Fernstudium Cloud Computing

von Andreas Junginger am 02. März 2012

Die Hamburger Akademie für Fernstudien erweitert ihr Angebot um den neuen Lehrgang „Cloud Computing“.  Dieses Angebot richtet sich an Interessenten, die bereits über umfassende IT-Kenntnisse verfügen und sich eine entsprechende Zusatzqualifikation im Themengebiet Cloud Computing erwerben möchten bzw. müssen. Ein rasant wachsender Markt und die rosigen Zukunftsaussichten der Branche sollen zusätzlich zu diesem Lehrgang motivieren.

Logo der Hamburger Akademie für Fernstudien

Die Inhalte des Lehrgangs

Zu Beginn sollen die Grundlagen des Cloud Computing vermittelt werden. Die Begrifflichkeiten und der Entwicklungsprozess der Systeme stehen am Anfang des Lehrgangs. Auf den theoretischen Grundlagen, zu denen auch die Virtualisierungstechnik gehört, bauen sich im weiteren Verlauf die praktischen Inhalte des Lehrgangs auf. Das Installieren einer virtuellen Maschine mit VMware und des Cloud-Betriebssystems Chromium stehen ebenso auf dem Lehrplan wie der Umgang mit Office 365.

Die Anwendung im Unternehmensumfeld wird durch die Installation von MS Windows Server und der Konfiguration von virtuellen Maschinen für eine Cloud-Applikation geübt. In diesem Teil werden dem Lehrgangsteilnehmer auch diverse Cloud-Tools für die Administration vorgestellt.

Um den Kern einer Cloud-Infrastruktur kennen zu lernen, beschäftigt man sich mit der Architektur dynamischer Rechenzentren und der Bedeutung von Storage Area Networks.  Im Zentrum dieses Themengebietes steht die Hochverfügbarkeit, Flexibilität und Skalierbarkeit von Systemen durch Virtualisierung.

In einem weiteren Praxisteil wird eine Cloud-Anwendung  im Web umgesetzt, die auf der Windows Azure Plattform aufsetzt. Der Aufbau und die Möglichkeiten der Azure Plattform werden im Vorfeld der Praxisaufgabe behandelt.

Neben den technischen Aspekten stehen auch organisatorische und gesetzliche Themen auf dem Programm. Datenschutzrechtliche und sicherheitsrelevante Punkte gehören genauso zu den Inhalten wie die betriebsinterne Compliance und das Vorgehen bei der Übergabe an externe Dienstleister.

Der Ablauf des Lehrgangs

Die festgelegte Dauer des Lehrgangs beträgt 12 Monate. Diese Zeit kann auf Wunsch kostenlos auf 18 Monate verlängert werden. Der wöchentliche Lernaufwand wird mit 7 Stunden angegeben. Innerhalb des Zeitraums werden die Teilnehmer mit schriftlichem Arbeitsmaterial und der entsprechenden Software versorgt. Ebenso stehen Studienleiter für eine individuelle Betreuung und der Zugang zu einer Online-Plattform zur Verfügung. Im Verlauf des Lehrgangs erbringt man durch die Bearbeitung von Einsendeaufgaben den Leistungsnachweis, der zum erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs und einem Zeugnis der Hamburger Akademie führt.

Weitere Informationen zu diesem Lehrgang können bei der Hamburger Akademie für Fernstudien gefunden werden.