Erwartungen an Cloud Computing – Kosteneinsparung und Flexibilität an oberster Stelle

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von Karola am 11. August 2011
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Im Mai dieses Jahres führte das britische Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne eine europaweite Studie zum Thema Cloud Computing durch. Die Studie wurde von Easynet in Auftrag gegeben. Die Teilnehmer der Studie waren 800 IT-Entscheider aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern aus sieben europäischen Ländern. Unter den Befragten waren 200 aus Deutschland und 50 aus der Schweiz. Alle Teilnehmer wurden zu ihren Einschätzungen bezüglich Cloud Computing befragt.
Daraus hat sich ergeben, dass die europäischen Unternehmen unterschiedliche Vorteile in der Nutzung von Cloud Computing sehen und schätzen. Zwei genannte Vorteile stechen aus den Ergebnissen jedoch deutlich hervor. Über die Hälfte (55 %) der Befragten sieht die Möglichkeit zu Kosteneinsparungen als Hauptvorteil. Dieser Aspekt wird gefolgt von den erwarteten Vorteilen Flexibilität der IT-Nutzung und effizienterer Einsatz von Ressourcen.
In der Studie wurde neben den Vorteilen von Cloud Computing auch der Sicherheitsaspekt thematisiert. Die Ergebnisse sind jedoch nicht überraschend. Sicherheit ist heutzutage in jedem Unternehmen ein wichtiger Faktor. Die Studie zeigt, dass für 63% der Befragten Sicherheit mitunter das wichtigste Thema beim Cloud Computing ist. Erwartungsgemäß sind die Werte in Deutschland (65 %) und der Schweiz (72 %) etwas höher als beim europaweiten Durchschnitt.

Die Ergebnisse der Studien haben aufgedeckt, dass die Unternehmen eine Tendenz bei den Cloud-Modellen haben. Die Private Cloud wird im Vergleich zu Public Clouds mit 52 % bevorzugt. Deshalb würden die befragten Unternehmen auch eher in Private Clouds investieren.
Teil der Studie waren auch gezielte Fragen nach den Vorteilen des Private-Cloud-Konzepts. Die Antworten zeigen eine Übertragung vom gesamten Cloud-Computing-Konzept auf die Private Cloud im Speziellen. Auch hier sehen die Befragten den Vorteil primär bei geringeren Kosten und höherer Flexibilität. Dieser Meinung sind 41 % der teilnehmenden Unternehmen.

In der Anwendung von Private Clouds schätzen 40 % die Möglichkeit, spezielle Sicherheitsaspekte zu verbessern. Individuelle Security Levels und Zertifizierungen können realisiert werden und sind von Vorteil. Ein Drittel (34 %) der Befragten schätzt außerdem die Möglichkeit der Vereinbarung von individuellen Service Level Agreements (SLA) – sozusagen der individuelle Servicevertrag für Cloud-Dienstleistungen.
Ich lese aus den Ergebnissen, dass das Thema Sicherheit in der Cloud eine zentrale Rolle spielt. Die Unternehmen möchten von den genannten Vorteilen profitieren. Doch nicht alle nutzen letztendlich wirklich die Private Cloud, die einige Sicherheitsprobleme lösbar macht. Es wird noch einige Zeit dauern bis die Unsicherheiten zum Thema aufgelöst werden. Hier müssen die Anbieter also weiter aufklären.

SaaS: Vorteile für den Nutzer (1) – Kurze Einführungszeit statt langwieriger Aufbauarbeit

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von Karola am 10. August 2011
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Ein großer Pluspunkt der Cloud-Computing-Technologien liegt in der Bereitstellung über das Internet. Für einen Nutzer von SaaS bedeutet das einerseits uneingeschränkten Zugriff von jedem Ort mit einem Internetzugang, so dass mobiles Arbeiten möglich ist. Anderseits kann der Nutzer  unmittelbar nach Vertragsabschluss auf die gemietete SaaS-Anwendung zugreifen und deren Funktionen nutzen.

Neben dem positiven Zeitfaktor spricht auch ein geringer Investitionsaufwand für SaaS. Die Anschaffung zusätzlicher Hardware ist nicht notwendig. Der Nutzer benötigt lediglich einen aktuellen Internet-Browser. Dadurch entfällt der Zeitaufwand für die Implementierung neuer Hardware.

SaaS-Lösungen sind meist standardisierte Anwendungen. Dadurch können die Konfiguration und das Set-Up der Anwendung bei neuen Kunden schneller und einfacher realisiert werden als beim klassischen Lizenzkauf. Das bedeutet, dass die Implementierung einer SaaS-Lösung innerhalb kürzester Zeit durchgeführt ist.

SaaS ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv. Denn der Servicenehmer hat ein geringeres Investitionsrisiko, da er für die Softwareeinführung keinerlei IT-Hardware benötigt und ausschließlich für die Einführungsberatung bezahlt. Einige Studien belegen, dass die Investitionskosten im Vergleich zu einer On-Premise-Lösung um 30 % gesenkt werden können. Die minimierten Investitionskosten für Software sind eine wichtige Chance für Startup-Unternehmen und Neugründungen mit geringem Startkapital. Die SaaS-Lösungen sind bei geringeren Kosten deutlich schneller einsatzfähig als traditionelle Software.

SaaS als Helfer der Kommunikation

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von Karola am 07. August 2011
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Eine verbreitete Anwendung von SaaS findet man in unterschiedlichen Prozessen der Unternehmenskommunikation. Aufgrund der Verbreitung hat sich ein spezieller Teilbereich von SaaS herausgebildet – Communication as a Service (CaaS). Sinn und Zweck des Teilbereichs ist die Nutzung von Kommunikationsdiensten über das Internet oder VPN. Der Schlüssel der Dienste liegt in „Unified Communications“. Unter dieser „vereinheitlichten Kommunikation“ ist die  Integration und Zusammenführung von Kommunikationsmedien in einer einheitlichen Anwendungsumgebung zu verstehen. Dadurch sind die unterschiedlichen Nachrichten jederzeit auf jedem Gerät unter einer Benutzeroberfläche abrufbar. Einige Beispiele für Unified Communications sind:

  • Voice over IP-Telefonie,
  • Instant Messaging
  • Webkonferenzen
  • E-Mail

Im Rahmen von CaaS lagern Unternehmen ihre Kommunikationsinfrastruktur an einen externen Anbieter aus. Der Anbieter stellt dann netzbasiert Telefonie- und Kommunikationsanwendungen (Hardware und Software) bereit. Dabei können die Services sowohl über ein Internetprotokoll (IP Centrex) als auch über Mobilfunk angeboten werden.

CaaS ist ein Schritt in die Cloud auf dem Weg der Telekommunikation. Einfache Telefonanwendungen lassen sich von einer virtuellen Telefonanlage bereitstellen. Das bedeutet, die Funktionen der Telefonanlage stehen als Software bereit. Die virtuelle Telefonanlage wird auf einem Server in der Cloud ausgeführt.

Im Vergleich zu traditionellen Telefonanlagen bietet CaaS erweiterte Funktionen, die sich in Verbindung mit weiteren Cloud-Diensten im Büroalltag optimal ergänzen. Ein Beispiel dafür ist die Integration von Telefonfunktionen in Groupware-Anwendungen sowie Unified-Communications- und Contact-Center-Funktionen. Bei erfolgreichem Einsatz von CaaS-Lösungen profitiert ein Unternehmen insbesondere von deutlichen Kosteneinsparungen und geringem Administrationsaufwand. Durch die Cloud-Charakteristik zeichnet sich das CaaS-Konzept durch Effizienz und Flexibilität gegenüber dem Eigenbetrieb und anderen externen Bereitstellungsmodellen wie Managed oder Hosted Services.

SaaS gewinnt Zuspruch im Mittelstand – Wann macht die Anwendung Sinn?

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von Karola am 05. August 2011
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Immer mehr Unternehmen erkennen die Vorteile von Software-as-a-Service (SaaS). Dies belegt auch eine Studie der Technischen Universität Berlin. Der Lehrstuhl für Informations- und Kommunikationsmanagement hat im Auftrag des SIBB e. V. eine Online-Befragung zur Nutzung von Cloud Computing umgesetzt. Die Erhebung wurde mit kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie in der Region Berlin-Brandenburg durchgeführt. Die Befragten gaben an, dass sie insbesondere bei SaaS den größten Nutzen für das eigene Geschäft sehen. Die Servicemodelle Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) folgen erst danach in Hinblick auf den Nutzen.

Das Angebot an SaaS ist heutzutage reichlich. Doch nicht jede Anwendung und jedes Geschäft eignet sich für die Nutzung von SaaS. Es gibt keine allgemeingültige Empfehlung, denn die Prozesse unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen. Grundsätzlich geeignet ist SaaS jedoch für Anwendungen, die

  • nicht unternehmenskritisch sind,
  • eher geringe Sicherheitsanforderungen haben,
  • nicht mit On-Premise-Anwendungen verknüpft sind,
  • keine größeren Anpassungen erfordern,
  • sich an eine verteilte Nutzergruppe richten.

INFO: „On-Premise“ beschreibt propritäre Software, die vom Nutzer gekauft und selbst betrieben wird. Der Nutzer erwirbt Softwarelizenzen und zahlt für Wartungsgebühren.

Ein Beispiel für SaaS-passende Anwendungen nach den genannten Punkten sind Human-Resources- und Collaboration-Programme. Je ausgereifter der SaaS-Service, desto mehr unternehmenskritische Anwendungen sind denkbar, wie z.B. Anwendungen für Beschaffung oder Logistik zwischen Kunden und Lieferanten.

SaaS ist mittlerweile eine gute Alternative zu klassischen Installationen, Hosting-, Provisioning- und Outsourcing-Modellen. Die geringeren Anschaffungskosten, flexible Folgekosten, eine höhere verfügbare Bandbreite und technische Neuerungen bei Web-Technologien kommen der SaaS-Nutzung zugute. Den optimalen Einsatz sollte jedes Unternehmen mit den potenziellen Anbietern besprechen und Vor- und Nachteile gut abwägen. Über die Vorteile von SaaS allgemein gibt es bald mehr zu lesen!

Ein starker Aufwind für die Cloud – Ansteigende Nutzung von Cloud Computing

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von Karola am 03. August 2011
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Der Fortschritt der Cloud wird durch eine Umfrage des britischen Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Juni 2011 belegt. Im Auftrag von Easynet Global Services wurden 800 CIOs (Chief Information Officer) und IT-Verantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern nach ihren Einschätzungen bezüglich Cloud Computing befragt. Der Fokus der Untersuchung lag auf dem europäischen Markt. Unter den sieben befragten europäischen Ländern waren 200 Teilnehmer aus Deutschland und 50 aus der Schweiz.

Die Umfrage hat ergeben, dass 51 % der Befragten mehr Cloud Computing-Technologien einzusetzen als noch vor einem Jahr. Die deutschen Unternehmen stimmen mit 50 % mit dem europäischen Trend überein. Der Schweizer Markt ist dabei noch etwas zurückhaltend. Schweizer Unternehmen weichen mit nur 30 % vom europäischen Durchschnittswert ab.

Ähnliche Zahlen ergaben sich bei der Frage nach Investitionsvorhaben. Knapp die Hälfte (49 %) der Unternehmen möchte im kommenden Jahr ihre Investitionen im Bereich Cloud Computing ausweiten. Diese Pläne wurden für den Zeitraum der nächsten 12 Monate konkretisiert. Die befragten CIOs und IT-Verantwortlichen waren sich sicher oder sehr sicher, innerhalb eines Jahres mehr in Cloud Computing-Technologien zu investieren. Auch hier ist die deutsche Industrie mit 54 % nahezu gleichauf mit dem europäischen Durchschnitt. Mit lediglich 24 % sind die Schweizer Unternehmen auch im Bereich der Investitionen eher zögerlich.

Die Umfrage hat gezeigt, dass große Unternehmen eher ihre Investitionen ausweiten wollen als kleinere. Unternehmen mit einer Größe von 250 bis 500 Beschäftige haben 43 % der Unternehmen Investitionspläne. Bei einer Größenordnung von 750 bis 1000 Mitarbeitern sind es 52 % der Unternehmen, die mehr in Cloud Computing-Technologien investieren wollen.

Cloud Computing rentiert sich für eine Branche mehr als eine andere. In Hinblick auf die Differenzierung nach Branchen haben sich ebenfalls Unterschiede ergeben. Beispielsweise wollen im Bereich der Finanzdienstleister 55 % der Befragten mehr in Cloud-Technologien investieren. Im Unterschied dazu planen nur 45 % der Produktionsindustrie und 50 % der Handels- und Logistikunternehmen weitere Investitionen im Laufe des nächsten Jahres.
Diese Zahlen zeigen, dass Cloud Computing auf dem Vormarsch ist. Die Unternehmen sind bei der praktischen Umsetzung von Cloud Computing einen Schritt weiter. Die Unternehmen sind bereit zu investieren. Diesen Aufschwung sollten die vielen Anbieter nutzen und ihre Dienste an die Kundenanforderungen anpassen. Denn wie heißt es so schön: „Kunde ist König“.

Das Wort zur Cloud – Schriftenreihe der Initiative „Cloud Services Made in Germany“

In der Initiative „Cloud Services Made in Germany“ haben sich in Deutschland ansässige Anbieter zusammengeschlossen. Die Beteiligten kommen aus den unterschiedlichsten Cloud Computing-Branchen (IaaS, PaaS, SaaS). Die Initiative wurde im Juli 2010 von der AppSphere AG ins Leben gerufenen und widmet sich wichtigen Fragen rund um Cloud Computing im deutschen Markt. Warum ist die Idee der „German Cloud“ berechtigt und wie wird sich das Thema Cloud Computing in Deutschland künftig entwickeln?

Mit einer Interviewreihe unter dem Titel „Initiative Cloud Services Made in Germany im Gespräch…“ startet die Initiative „Cloud Services Made in Germany“ eine Schriftenreihe zu Themen aus dem Bereich Cloud Computing. An der Schriftenreihe beteiligten sich 26 Unternehmen, die auch an der an der Initiative beteiligt sind. Im Interview stellen sich die Unternehmen kurz vor und beschreiben ihre Cloud-Produkte. Die einzelnen Unternehmen beantworten außerdem, warum es sich aus ihrer Sicht lohnt nach Cloud Services „Made in Germany“ Ausschau zu halten. Jedes Unternehmen gibt abschließend ein persönliches Kommentar bzw. eine Prognose zur Entwicklung des deutschen Cloud-Computing-Marktes. Die Interviews der aktuellen Schriftreihe wurden im Juni 2011 zusammengestellt. Die Interviewreihe soll in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Dadurch haben auch Unternehmen eine Chance auf Präsentation und Meinungsäußerung, die zukünftig zur Initiative „Cloud Services Made in Germany“ dazu stoßen.

Weitere Informationen zur Initiative „Cloud Services Made in Germany“ findet ihr unter http://www.cloud-services-made-in-germany.de . Die Initiative möchte mit Ihrer Schriftenreihe das Thema Cloud Computing regelmäßig beleuchten. Auf der Website könnt ihr Band 1 der Schriftenreihe direkt herunterladen.

Der Himmel lichtet sich – Cloud Anbieter nach dem Cloud Vendor Benchmark 2011

Aktuell gibt es unzählige Anbieter für Cloud Computing. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Einen sehr guten Überblick über Cloud Services und Cloud Technologien gibt Experton im Rahmen des „Cloud Vendor Benchmark 2011„. Sie haben insgesamt 58 Anbieter unter die Lupe genommen. Nach einer genauen Analyse und Bewertung stellte Experton eine Auswahl von Anbietern im Bereich Cloud Services in Deutschland zusammen, die nach deren Analyse als relevant eingestuft wurden.

Anbieterübersicht Cloud Services

Anbieterübersicht Cloud Services

Quelle: Experton Group

Das Resümee der Autoren ist, dass die Anzahl und die Varianz der Cloud Computing Dienste eindeutig zugenommen haben. Aus dem schwammigen Begriff Cloud Service haben sich die Schwerpunkte der Unternehmen klar herauskristallisiert. Als Kunde kann man erkennen, ob es sich um Public oder Private Cloud sowie Plattform, Infrastruktur oder Software als Services handelt. In der Branche des Cloud Computing dominiert momentan noch SaaS als meist genutzter Cloud Service. Die Untersuchung durch Experton hat außerdem gezeigt, dass sich der Markt differenziert. Die involvierten Unternehmen unterteilen sich immer mehr in Cloud Services und Cloud Technologien.

Experton identifizierte vier Kategorien der Cloud-Anbieter:

  • Leader
  • Product-Challenger
  • Market-Challenger
  • Follower

Leader sind nach deren Auffassung Unternehmen mit einem hochattraktivem Produkt- und Serviceangebot. Dadurch nehmen sie eine hohe Wettbewerbsposition im Markt ein.

Die Product-Challenger werden den Anforderungen ihrer Klientel überdurchschnittlich gut gerecht.  Diese positive Beurteilung kann aber nicht für alle verschiedenen Kategorien der Marktbearbeitung vergeben werden.

Die Gruppe der Market-Challenger zeichnet sich durch eine hohe Wettbewerbsstärke aus. Sie können jedoch nicht mit einem umfangreichen Produktportfolio punkten. Es besteht in diesem Punkt erhebliches Aufholpotenzial im Vergleich zu den Leadern.

Zu den Follower gehören Unternehmen, die bisher noch keine ausgereiften Produkte und Services anbieten. Mit anderen Worten fehlt es ihnen an ausreichender Angebotstiefe und -breite. Ein Follower hat außerdem mit Schwächen  im Bereich der Marktbearbeitung zu kämpfen.

 

Ein kleiner Exkurs: Web Services

Im letzten Post sprach ich von SOA als Voraussetzung für effektives Cloud Computing. Die Teile der modularisierten SOA-Architektur kommunizieren anhand von Web Services. Deshalb möchte ich kurz erklären, was unter Web Services zu verstehen ist.

Es gibt viele Ansätze zur Definition des Begriffs. Web Services beschreibt im technischen Sinn die automatisierte Kommunikation zwischen Applikationen über Netzwerke, meistens das Internet. Web Services sind eine verteilte Middleware, die die Kommunikation zwischen „Maschine und Maschine“ auf Basis von Web-Protokollen ermöglicht. Einzelne Programme werden über das Internet zu einer Anwendung verknüpft. Die Bereitstellung eines Webservices meint sozusagen die Unterstützung zur Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Anwendungsprogrammen, die auf unterschiedlichen Netzwerkrechnern/Plattformen betrieben werden. Genauer gesagt, tauschen die Programme Daten aus und starten ggf. auf entfernten Rechnern Funktionen. Die Interaktion bzw. der Austausch geschieht über XML-basierte Nachrichten, die über Internetprotokolle ausgetauscht werden.

Für Web Services gelten gewisse Kommunikationsstandards für die Formatierung und Bearbeitung von Nachrichten. Man kann zwei Standards unterscheiden:

  • SOAP (Simple Object Access Protocol)
  • REST (REpresentational State Transfer)

SOAP ist ein Nachrichtenstandard, der ein XML-basiertes Nachrichtenformat definiert. REST dagegen beschreibt einen Standard, der auf HTTP aufbaut. Bei beiden Ansätzen werden Services anhand von Uniform Resource Identifiers (URI) identifiziert.

Service-orientierte Architektur – ein Gefährte der Cloud

Erhöhte Flexibilität und Agilität sind wichtige Argumente für Cloud Computing. Das Modell verspricht eine Optimierung durch die zahlreichen Möglichkeiten, Dienstleitungen in der Cloud zu nutzen oder mit Hilfe der Cloud zu realisieren. Ähnliche Ziele trieben vor einigen Jahren das Konzept der service-orientierten Architektur (SOA) voran. Wie lässt sich SOA nun in den Cloud-Computing-Kontext einordnen?

Neben der Virtualisierung sind Service-orientierte Architekturen grundlegende Voraussetzungen für das Cloud Computing. SOA ist ein weitverbreitetes Management- und Softwarearchitekturkonzept. Das Konzept sieht eine flexible und anpassbare IT-Architektur vor, die eine verteilte Datenverarbeitung unterstützt. Es handelt sich um einen Architekturstil, bei dem Angebot und Nutzung durch voneinander unabhängige Dienste (Services) definiert ist. Dies wird durch Modularisierung der Prozesse und Systeme sowie deren Verknüpfung mittels Webservices erreicht. Durch die Kommunikation über Webservices entfallen hersteller- und plattformabhängige Einschränkungen.

Die Systemarchitektur besteht aus vielfältigen, verschiedenen und eventuell inkompatiblen Methoden oder Anwendungen. Die einzelnen Module bzw. Funktionen sind als offen zugreifbare Dienste angelegt und werden von den Anwendungen gemeinsam genutzt. Mit Hilfe von Middleware greifen die Anwendungen auf diese Dienste zu. Dabei unterscheidet SOA zwischen wieder verwendbaren Diensten und Anwendungen, die Dienste gemeinsam verwenden. Dadurch wird eine plattform- und sprachenunabhängige Nutzung und Wiederverwendung ermöglicht. Auf dieser Basis können die IT-Anbieter nahezu in Echtzeit agieren und in kürzester Zeit auf Abweichungen reagieren.

Typische Eigenschaften einer SOA:

  • Verteilte Komponenten bzw. Dienste
  • Heterogene Dienstnutzer und Dienstanbieter können plattformunabhängig miteinander zusammenarbeiten
  • Unterschiedliche Programmiersprachen und Plattformen zur Implementierung einzelner Dienste möglich
  • Lose gekoppelte Dienste werden dynamisch zur Laufzeit gebunden
  • Dynamische Anpassungen mit lokalen Auswirkungen (aber nicht systemweit) möglich

Beim Cloud Computing werden virtualisierte IT-Infrastrukturen, Plattformen und ganze Anwendungen als Services realisiert. Dabei ist das Architekturkonzept einer SOA als Grundlage unverzichtbar. Eine SOA schafft erst die Voraussetzung, verteilte und lose gekoppelte Dienste von Cloud-Anbietern zu nutzen. Gerade bei der Nutzung in Hybrid Clouds und über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen hinweg ist der Einsatz von SOA vorteilhaft. Erst durch die Modularisierung von Technologie, die durch SOA geschaffen wird, können höherwertige Cloud-Dienstleistungen angeboten und genutzt werden.

Mit SOA können verschiedene Cloud-Dienste auf einfache Weise kombiniert werden, so dass man sich an Veränderungen in Geschäftsprozessen softwareseitig schnell anpassen kann. SOA und Cloud Computing stehen demzufolge nicht in Konkurrenz zueinander. Es handelt sich vielmehr um zwei einander ergänzende Modelle. Sie tragen beide zum Austausch und der verteilten Verarbeitung von Unternehmensinformationen bei. Die IT eines Unternehmens kann mit beiden Konzepten schneller an eine veränderte Geschäftsstrategie angepasst werden. Die erreichte Flexibilität und Agilität steigert die Wettbewerbsfähigkeit.

Cloud … On-Demand!

Cloud Computing zeichnet sich durch hohe Flexibilität für Anbieter und Nutzer aus. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Prinzip von On-Demand-Services.

On-Demand bedeutet soviel wie „auf Anforderung“ oder „auf Abruf“. Der Begriff weist auf eine flexible zeitnahe Erfüllung von Anforderungen bzw. Nachfragen hin, z.B. bei Dienstleistungen, Waren oder Ähnlichem. On-Demand ist eng dem Begriff „As a Service“ verknüpft, da es immer um die Bereitstellung von Serviceangeboten geht.

Cloud Computing On-Demand bezeichnet die flexible Bereitstellung von Service-Modulen für den Cloud-Nutzer. Die Bereitstellung geschieht in der Regel durch einen Dienstleister/Anbieter. Die verwendeten Systeme und Prozesse müssen flexibel angelegt sein, da sie häufig Echtzeitforderungen unterliegen. Zur schnellen Reaktion und Erbringung der Leistung benötigen die Anbieter den vollen Zugriff auf die notwendigen Ressourcen.

Der Begriff entstand vor allem aufgrund von Service-Modulen im Bereich von Infrastruktur-Angeboten (Server, Storage, Backup, Netzwerk etc.). Heutzutage schließt On-Demand jedoch auch Middleware, Anwendungen bzw. Services ein.

Die Grundidee von On-Demand ist, dass die Ressourcennutzung optimal an die Business-Anforderungen angepasst werden kann. Für den Nutzer werden Dienstleistungen attraktiv, wenn es keine oder nur geringe

  • Vorlaufzeiten zur Bereitstellung der Servicemodule
  • Kündigungsfristen bei geringeren Abnahmemengen

gibt.

Während die Kunden ein Interesse an unbegrenzter Flexibilität haben, ist dies aus Sicht des Dienstleisters nicht uneingeschränkt möglich. Er benötigt Vorlaufzeiten zum Auf- und Ausbau von Infrastruktur. Auch aus kommerziellen Gründen sind bestimmte Bindungszeiten vorteilhaft.

Die erreichte Flexibilität von On-Demand überträgt sich ebenso auf dynamische Abrechnungsmodelle. Dazu gehört die Abrechnung nach dem Pay-per-use-Prinzip. Statt pro Arbeitsplatz und Jahr zahlt ein Kunde dann pro tatsächlicher Nutzung eines Service. Die individuelle Abrechnung ist möglich, da die Dauer der Nutzung von einer virtuellen Anwendung genau erfasst werden kann. Diese Anwendung wird von einem zentralen Server bereitgestellt. Cloud Computing als Evolution in der Technik führt zu einer „Revolution“ in Businessstrukturen. Die IT wird mit monatlichen Betriebsausgaben auf Basis einer nutzungsabhängigen Abrechnung genutzt.

On-Demand-Modelle sind gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen beliebt, weil sie nur eine geringe bzw. nicht notwendige Kapitalbindung erfordern. Aber auch größere Unternehmen nutzen die Vorteile von flexiblen Kostenstrukturen. Vor allem bei schwankenden oder zyklischen Anforderungen kann die Nutzung von On-Demand-Services von Vorteil sein.

Mit dem Zusatz „On-Demand“ werden einige positive Eigenschaften assoziiert – etwas geht schneller, sofort, flexibler usw. Dies haben auch die Marketingexperten erkannt und verwenden den Begriff unter Umständen irreführend. Einige Systeme oder Prozesse erhalten den Zusatz, obwohl nicht direkt erkennbar ist, was im speziellen Fall „auf Anforderung“ passiert. Daher sollte man On-Demand-Angebote ordentlich prüfen, ob es den eigenen Anforderungen genügt und ob die mit dem Begriff verbundenen positiven Eigenschaften zutreffen.